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Wanderherbst in der Wildschönau mit Almkirchtag und Almabtriebsfest

Herbstliches Brauchtum in einer der beliebtesten Wanderregionen Tirols


05.09.2017

Beim traditionellen Almkirchtag auf der Schönangeralm am 10. September 2017 stehen die Geißböcke im Mittelpunkt. Es geht darum, wer den schönsten Bock bei der Ausstellung präsentieren kann. Der Almkirchtag mit dem dazugehörigen "Goaßbockfest" auf der Schönangeralm ist einer der Höhepunkte des Wildschönauer Genussherbstes. Eröffnet wird der Almkirchtag um 10.00 Uhr mit einer Almmesse. Im Anschluss geht es bereits um die Böcke, was man auch am Geruch merken kann. Mit Vorreihung und Schaubesprechung wird ermittelt, wer in diesem Jahr die Trophäe "schönster Goaßbock" mit nach Hause nehmen kann, die übrigens ein geschnitzter Geißbock ist. Die Landjugend Auffach sorgt gemeinsam mit dem Gasthaus Schönangeralm für den entsprechenden Rahmen mit heimischen Spezialitäten. D`Innertaler sorgen für passende Musik und Käsekönig Johann präsentiert seine Käsespezialitäten. Der Almkirchtag auf der Schönangeralm ist erfahrungsgemäß sehr stark besucht, deshalb wird angeraten die Bummelbahn ab Auffach zu benutzen oder nicht direkt bei der Alm zu parken. Natürlich kann man den Veranstaltungsbesuch auch mit einer Wanderung oder Radtour verbinden. Die Schönangeralm ist ein beliebter Ausgangspunkt für traumhafte Wanderungen.

Die Wildschönau ist ein 24 km langes Hochtal in den Kitzbüheler Alpen und aufgrund des Schiefergesteins eine besonders almreiche Gegend. Ende Mai wurden hier Hunderte Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen hinauf zur "Sommerfrische" auf insgesamt 46 Almen mit "Grasrechten" getrieben. Die höchste Alm der Wildschönau ist "Seefeld" in Auffach auf 1.979 Meter.  Die Schönanger Alm liegt auf 1.190 m und ist eine Gemeinschaftsalm von 25 Bauern, auf der Käser Johann Schönauer während der Sommermonate täglich über 2000 Liter Milch zu Käse und Butter verarbeitet. In der Schaukäserei kann man dem Käsemeister beim "kasen" von Bergkäse, Emmentaler, Camembert, Tilsiter oder Kräuterkäse zusehen. Sein Wissen und seine Erfahrung haben ihm bei der alljährlichen "Käseolympiade" schon mehrere Goldmedaillen eingebracht.

Zu den zahlreichen Traditionen in der Wildschönau gehört auch die Gru-Nacht. Sie ist die letzte Nacht vor der Heimfahrt der "Almerer" mit ihren Tieren ins Tal, und wird - wenn auch von Alm zu Alm unterschiedlich - dementsprechend fröhlich begangen. Die Almbauern, Familie und Nachbarn des Almingers treffen sich in der Hütte zu einem gemütlichen Hucker - bei kräftigem Essen, z.B. einem Melchermus - und auf manchen Almen sogar noch mit musikalischer Begleitung. Das Melchermus ist eine besondere Spezialität und wird von den Einheimischen geradezu geliebt. Es wird in einer eigens nur dafür verwendeten Eisenpfanne aus Milch, Mehl, Salz und Butter auf offenem Feuer zubereitet. Die letzte Nacht auf der Alm wird immer noch traditionell begangen. Robin Silberberger, ein Almerer mit Leib und Seele, beschreibt die Gru-Nacht als Nacht, in der man "mit Wehmut Abschied nimmt". Die Farnkaseralm von "Almerer" Robin Silberberger ist ein typischer Treffpunkt für die Gru-Nacht.

Nach der Gru-Nacht werden die Tiere gemolken, die restlichen Sachen gepackt und die Kühe geschmückt (was man auch "aufbischen" nennt). Die Vorbereitungen dafür dauern viele Tage. Gemeinsam geht es talwärts. Beim großen Wildschönauer Almabtrieb in Auffach kommen am 23. September 2017 über 500 Tiere ins Tal. Umrahmt wird der Almabtrieb von einem schönen Handwerks- und Bauernmarkt, der um 10.00 Uhr beginnt. Für passende Musik sorgen die Bundesmusikkapelle Auffach und eine Volksmusikgruppe. Beim Bauernmarkt zählen Brodakrapfen oder Nudeln zu den besonders beliebten Spezialitäten. Und natürlich darf der Krautinger nicht fehlen, ein Rübenschnaps, der nur hier im Hochtal produziert wird.
Am gleichen Tag kommen über hundert geschmückte Tiere auch von der Holzalm in Niederau ins Tal. Ab 14.30 Uhr ist das Almabtriebsfest in Gange. Die Besucher werden mit Live-Musik, Köstlichem vom Bauern und Brodakrapfen von den Niederauer Bäuerinnen verwöhnt bis um ca. 15.00 Uhr die Kühe eintreffen.
Almererfeste dauert meistens bis spät in die Nacht, denn es gibt viel zu erzählen - vom langen Almsommer in der Wildschönau.

Übrigens: Fast alle "Almerer" lassen sich auch heute noch während der Sommermonate einen Bart stehen. Der Bart kommt erst weg, wenn die Almmitarbeiter von den jeweiligen Bauern bezahlt wurden - eine alte Tradition, die in der Wildschönau noch gelebt wird. Vertrauen wird großgeschrieben. Auch eine Anstellung für den nächsten Almsommer erfolgt nicht über einen schriftlichen Vertrag, sondern per Handschlag. Gleichzeitig erhält jeder Almmitarbeiter 100 Euro als Anzahlung. Es gilt als Schande, wenn ein solches Abkommen nicht eingehalten wird.

Die Wildschönau zählt zu den beliebtesten Wanderregionen in Tirol. 300 km gut markierte Wanderwege in verschiedenen Höhenlagen, urige Almen und Hütten sowie bildschöne Bauernhöfe machen das Hochtal zu einer einzigartigen Wanderregion. Wohnen kann manhier bereits ab 30 Euro in einer gemütlichen Pension mit Frühstück, in einem 3*** Gasthof oder netten Hotel mit Halbpension ab 55 Euro und in einem 4**** Hotel mit Wellnessbereich ab 65 Euro mit Genießerpension. Auch wer lieber eine hübsche Wohnung, ein Ferienhaus oder Urlaub am Bauernhof sucht, wird hier ebenfalls fündig. Ab der 1. Übernachtung gibt es die Wildschönau Card gratis dazu. Damit können vier Bergbahnen kostenlos benutzt werden. Das geführte Wanderprogramm und Museumseintritte sind ebenfalls gratis.

Weitere Infos unter www.wildschoenau.com