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Reiseversicherung

Versicherungsschutz bei der Urlaubsplanung nicht vergessen


20.04.2011

Der Urlaub ist eigentlich die schönste Zeit im Jahr - aber vor einem Unglück ist man leider nie gefeit. "Ein Reiseschutz sollte daher gut überlegt sein", rät AK Konsumenten-schützerin Manuela Delapina. "Welcher Anbieter wen und was versichert, ist aber sehr unterschiedlich - so auch bei einem Tsunami oder Erdbeben: So bieten etwa einige Versicherer einen kostenlosen Heimtransport an, einzelne nicht und einige nur, wenn es medizinisch nötig ist." Das zeigt ein aktueller AK Test bei 16 Reiseversicherern.

"Für Konsumenten ist es schwierig, die Angebote zu vergleichen", sagt Delapina. Denn: Was und wer versichert ist, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Eine Rolle spielt zum Beispiel, ob die Versicherten den gleichen Wohnsitz haben oder wie lange die Versicherten mindestens zusammenleben.

Klassische Reiseversicherungen, etwa die Europäische Reiseversicherung oder Mondial Assistance, bieten viele verschiedene Pakete an - vom einmaligen Reiseschutz bis zum Jahres-Reiseschutz für die verschiedensten Risiken, zum Beispiel Storno.

"Bei Kreditkarten sollten Konsumenten die Versicherungsbedingungen genau studieren", rät Delapina. "Der Versicherungsschutz, oder Teile davon, hängt oft davon ab, wann sie die Karte zuletzt verwendet hatten, ob sie sowohl Hotel und öffentliches Verkehrsmittel mit der Kreditkarte bezahlt hatten oder ob sie mit dem eigenen Auto anreisen."
 
Die Reiseversicherungen der Autofahrerclubs (ÖAMTC und ARBÖ, nur für Mitglieder) bieten beispielsweise eine Auslandskranken- oder eine Krankenrücktransport-Versicherung an. Es gibt auch noch zahlreiche zusätzliche Leistungen, zum Beispiel Fahrzeugrückholdienst in Österreich und aus dem Ausland oder Pannenhilfe im Ausland.

Die Reiseveranstalter bieten meist wahlweise zur Reisebuchung eine Reiseversicherung an. Zumeist werden Stornokosten bis zu 100 Prozent übernommen. "Einige Reiseveranstalter haben heuer die Prämien für die Reiseversicherung erhöht, aber die Summen für die wichtigsten, versicherten Leistungen nicht verbessert", so Delapina.

Die Internationale Flugrettung (IFRA) ist auf Rettungsflüge mit laufender medizinischer Überwachung spezialisiert. Voraussetzung für die Versicherungsleistung aus der IFRA Vorteilscard ist eine Jahres-Mitgliedschaft.

Generell gilt für den Abschluss einer Reiseversicherung: Bedingungen genau durchlesen - nicht nur auf die Prämie schauen, sondern auch die Leistungen unter die Lupe nehmen. "Prüfen Sie zuerst, inwieweit Risiken einer Reise nicht schon durch bestehende Versicherungen, Kreditkarten oder Mitgliedschaften abgedeckt sind", empfiehlt AK Konsumentenschützerin Manuela Delapina.
  • Lesen Sie die Versicherungsbedingungen genau durch, bevor Sie unterschreiben.
  • Prüfen Sie nicht nur die Prämien, sondern auch die Leistungen. Schauen Sie auch darauf, ob bestehende Krankheiten versichert sind oder ob es einen Selbstbehalt gibt.
  • Checken Sie vor Abschluss der Versicherung den Versicherungsbeginn. Wenn nämlich der Versicherungsbeginn erst auf den Tag der Abreise festgelegt ist, sind Reiserücktritte vor diesem Tag nicht versichert!
  • Fragen Sie nach einer allfälligen Bearbeitungsgebühr, falls Sie die Versicherung brauchen.
  • Werfen Sie unbedingt einen Blick auf die Höhe der Versicherungssumme. Oft sind Versicherungssummen zu gering, um den gesamten Schaden zu decken.
  • Beachten Sie: Für einzelne Gegenstände wird oft eine "angemessene" Verwahrung (etwa Safe) vorgeschrieben, sonst zahlt die Gepäckversicherung nicht. Wenn es einen Safe im Hotelzimmer gibt, muss er auch verwendet werden.
  • Transportieren Sie bei Flugreisen wertvolle Gegenstände (beispielsweise Fotoapparat) statt im Koffer im Handgepäck, ansonsten ist es meist nicht versichert.
  • Ist etwas passiert, melden Sie das sofort Ihrer Versicherung. Nehmen Sie daher die Notrufnummer sowie die Nummer Ihrer Polizze mit. Wichtig ist auch, sämtliche Beweise (Anzeigebestätigung, Belege, Arztrechnungen oder schriftliche Zeugenaussagen) aufzuheben und der Versicherung kopiert zu geben.
Die AK hat im März 2011 die gängigsten Reiseversicherungsangebote untersucht: vier Kreditkartenfirmen (American Express, Diners, PayLife und card complete), drei Versicherer (Europäische Reiseversicherung, Mondial Assistance, Wiener Städtische), sechs Reiseveranstalter (ITS-Billa, Gulet Touristik, Neckermann, Tui, Jahn Reisen, 1-2-Fly), Internationale Flugrettung Austria (IFRA), ÖAMTC und ARBÖ. Das Testergebnis finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at.

Quelle: AK