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Wanderung mit Geschichte: Der neue Kaiserschützenweg in Nauders

Zeitzeuge der Geschehnisse im ersten Weltkrieg


14.06.2016

Ein tolles Naturerlebnis, kombiniert mit spannenden Relikten aus längst vergangenen Tagen, erwartet Wanderer auf dem revitalisierten, neuen Kaiserschützenweg in Nauders, der dieser Tage offiziell eröffnet wurde. Entlang des Rundwanderweges erzählen informative Schautafeln von der Geschichte des Ersten Weltkrieges und von der Bedeutung des Reschenpasses als Alpenübergang.

Verfallene Stellungen und begehbare Felskavernen hoch über Nauders sind stille Zeitzeugen der Geschehnisse im Ersten Weltkrieg, der vor gut 100 Jahren zu Ende gegangen ist. Die treuen Kaiserschützen des Landes waren damals zur Grenzverteidigung eingesetzt und sind namensgebend für den heutigen Themenweg. Erbaut im Jahre 1916 zum Schutz von Tirol als Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie, wurden einst Lauf- und Schützengräben eingerichtet, Wald zur freien Sicht gerodet, Drahtverhaue aufgestellt und Kavernen (begehbare Hohlräume) als Soldaten-Unterkünfte tief in den Fels geschlagen. "Der Kaiserschützenweg bietet für alle Gästeschichten ein interessantes Betätigungsfeld. Geschichts- und Kulturinteressierte werden ebenso ihren Spaß haben, wie Familien, Ausflugsgäste und Bergsportinteressierte", ist sich Manuel Baldauf, Geschäftsführer von Nauders Tourismus sicher.

Der landschaftlich imposante Weg führt von der Festung Nauders ca. drei Kilometer und über 500 Höhenmeter steil durch felsdurchsetzten Wald zu den einstigen Wehranlagen auf den Sellesköpfen - dem bemerkenswerten Höhepunkt der Rundwanderung. Entlang des zum Teil in schroffen Fels geschlagenen aber bestens gesicherten Weges vermitteln 30 Schautafeln intensive Einblicke in die Geschichte der Kaiserschützen und damit des Landes Tirol. Sie erzählen von wahren Begebenheiten und dramatischen Ereignissen. Die historische Festung Nauders, erbaut von 1834 bis 1840, gilt übrigens als einzige noch vollständig erhaltene Befestigungsanlage aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie. Sie markiert gemeinsam mit der dort angesiedelten Kaiserschützen-Gedächtnisstätte den Start- und Zielpunkt. Entlang des Weges eröffnen sich immer wieder natürliche und kulturelle Tief- und Ausblicke. So erkennt man weit unterhalb die Schlucht von Finstermünz und Altfinstermünz mit ihrer mittelalterlichen Grenzbefestigung und blickt auf den markanten "Hohen Turm" (1.550 m). Auch das Panorama auf das Dreiländereck ist nicht minder beeindruckend. Und wer das Erlebte gemütlich Revue passieren lassen möchte, lässt sich am besten im direkt am Weg gelegenen Alpengasthof Norbertshöhe bewirten.

Dieser mittelschwierige Bergweg führt in alpines Gelände und ist schmal, steil und ausgesetzt angelegt. Er sollte nur von trittsicheren Bergwanderern mit entsprechenden Bergwanderschuhen und Erfahrung begangen werden. Für Kleinkinder ist er nicht geeignet! Auskünfte über den Zustand des Weges gibt’s im Tourismusbüro Nauders, Tel +43 (0) 50/225 400. Da eine Gefährdung durch herabfallende Steine, ausgelöst durch Wildtiere oder Frostwechsel, nie ausgeschlossen werden kann, bitte mit entsprechender Vorsicht aufsteigen!

Wegbeschreibungen Kaiserschützenweg
Von der Festung Nauders über 2,5 Kilometer und 500 Höhenmeter geht es durch den Wald zu den Wehranlagen auf den Sellesköpfen, vorbei an verfallenen Stellungen und begehbaren Felskavernen, die gemeinsam mit der Festung dem Abfangen des Feindes dienten. Über den neuen Rundwanderweg geht’s weiter zur Zettler Alm. Von dort aus wandert man Richtung Schöpfwarte und retour zur Norbertshöhe. Über den Wanderweg 1 gelangt man wieder zum Ausgangspunkt zurück ins Dorf.
Länge des Weges: ca. 3 Kilometer
Höhenmeter: Aufstieg und Abstieg ca. 500 hm
Höchster Punkt: 1.640 m
Schwierigkeit: mittelschwerer Bergweg
Dauer der Wanderung mit Rückkehr zur Festung: ca. 4-5 Stunden

Rundwanderung Kaiserschützenweg
Von der Zettler Alm geht’s auf dem Rundwanderweg zu den Sellesköpfen, vorbei an alten Wehranlagen, verfallenen Stellungen und begehbaren Felskavernen, die gemeinsam mit der Festung dem Abfangen des Feindes dienten. Bei der Abzweigung des Finstermünzblickes ist es möglich, den Weg Nr. 2 zum Ausgangspunkt zurück ins Dorf zu gehen oder den Kaiserschützenweg zurück zu gehen. Hinweis: Es wird nicht empfohlen, den Weg von Selles zur Festung hinunterzulaufen!
Ausgangs- und Endpunkt: Gasthof Norbertshöhe
Länge des Weges: ca. 1,5 Kilometer
Höhenmeter: Aufstieg und Abstieg ca. 100 hm
Schwierigkeit: mittelschwerer Bergweg
Dauer der Wanderung: ca. 2,5 Stunden